Zum Weltfrauentag gab es im Bamberger Saal der vhs Bremen ein Fest der Solidarität. Anlass war die Ausstellung „Hope in Darkness“, die in der Galerie vor dem Bamberger Saal zu sehen war. Dreißig Kunstwerke voller Schmerz und Hoffnung, gemalt und gezeichnet von Frauen, die unter dem Taliban-Regime all ihrer Rechte beraubt wurden.
„Diese Bilder wurden nicht kuratiert übergeben, sondern unter hohem Risiko außer Landes geschmuggelt, um das Leben der Frauen dort sichtbar zu machen“, so Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer, die als Schirmherrin im vollbesetzten Saal das Grußwort hielt. Mit dieser Ausstellung gelinge es, etwas zu thematisieren, über das zu wenig gesprochen würde, sie mache sichtbar, was unsichtbar ist.
Eingeladen hatten der „Bremer Rat für Teilhabe und Diversität in der Migrationsgesellschaft“ (Bremer Rat) und „Ökumenische Ausländerarbeit Zuflucht e.V.“. Zusammen haben sie die Wanderausstellung nach Bremen geholt. Jutta Berninghausen und Lutz Ackermann vom Bremer Rat betonten, dass mit dieser Ausstellung auch die Solidarität mit den hier in Bremen lebenden afghanischen Frauen signalisiert werden soll.
Still wurde es im Saal, als die Bremer Aktivistin, Autorin und Slam-Poetin Sadaf Zahedi in eindringlicher Lyrik Geschichten aus der Perspektive der Mädchen und Frauen in Afghanistan in poetischen Bildern schilderte – verwoben mit Anklängen und Erinnerungen an das Leben und die Kultur vor den Taliban.
Der afghanische Autor, und Mitglied des Bremer Rates, Zaher Habib, las aus seinem aktuellen Buch „Verurteilt – Gesteinigt“ eine Geschichte, die deutlich macht, wie unsichtbar Frauen im öffentlichen Leben unter ihrer Burka sein sollen. Die Afghanisch-Deutsche Kulturinitiative hatte für den authentischen Eindruck sogar eine echte Burka bereitgestellt, die anprobiert werden konnte. „Versuchen Sie einmal, damit Tee zu trinken oder ein Buch zu lesen“, lud Habib die Anwesenden ein.
Die Wanderausstellung wurde vom afghanisch-deutschen Verein FIDA unter dem Dach von Terre des Hommes konzipiert und organisiert. Eine der Organisatorinnen, Shiva, die vor vier Jahren aus Afghanistan nach Deutschland kam, stellte sich einem kurzen Interview durch Moderatorin Christel Fangmann. Als sie 2021 nach Deutschland kam, fiel mit einem Mal das Gefühl der Unsicherheit von ihr ab, erzählt sie. „Ich dachte: Hier bin ich sicher.“ Gleichzeitig musste sie an all die zurückgebliebenen Frauen denken und wollte ihnen helfen. Gemeinsam mit anderen deutschen und afghanischen Frauen gründeten sie deshalb den Verein FIDA. Die Idee: Frauen drücken sich mit Kunst aus, wie hier in Bildern. Eine universelle Sprache, um die Welt auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
„Die Frauen haben kein Leben. Sie atmen nur“, beschreibt die Shiva die Situation in ihrem Heimatland. Was sie motiviert weiterzumachen? „Wir haben schon 20 Jahre für unsere Rechte und unserer Freiheit gekämpft, wir wollen nicht aufgeben. Ich und die Künstlerinnen träumen davon und haben die Hoffnung, dass wieder Licht ins Dunkel kommt.“
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